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10.05 | Tag17 | Autokauf Teil 2 – Die Versicherung 

John hat mir gestern 4 Nummern mitgegeben. Meine Aufgabe heute ist es, diese zu kontaktieren und mich um eine Versicherung zu kümmern. Keine leichte Aufgabe, denn bevor ich mit meinen ausgezeichneten Englischkenntnissen die Versicherungen anrufen kann, benötige ich eine kanadische Rufnummer. Eine Adresse hat mir zum Glück mein nigerianischer Freund (der mittlerweile in Montreal wohnt) zur Verfügung gestellt. 

Ich stehe früher auf als die anderen, damit ich nach dem Frühstück direkt losziehen kann und mich um eine kanadische Nummer kümmern kann. Eine kanadische Nummer habe ich eigentlich schon, da mir Vladimir vor seiner Abreise seine alte Rufnummer geschenkt hat. Die SIM-Karte ist jedoch dank neuem Nano-SIM-Format meines Handys nicht mit diesem kompatibel. Die Suche nach einem alten Tastenhandy gebe ich nach fast zwei Stunden auf. Ich besorge mir eine eigene Prepaid-SIM-Karte, die in mein Handy passt.

Bei ‘Roger’ werde ich fündig. Die Tarife sind zwar heftig (50ct/min) und die SIM mit 20$ Startguthaben kostet insgesamt über 35$. Übertrieben teuer, wenn man die deutschen Trafipreise gewohnt ist, doch mit bleibt keine andere Wahl. 

Ausgestattet mit einer kanadischen Nummer und meinem Zettel mit Notizen für dir Versicherung suche ich mir einen (recht) ruhigen Ort im Einkaufszentrum.

  1. Versicherung: Einer netten Frau am Telefon erkläre ich, dass ich eine Autoversicherung suche, daraufhin werde ich durchgestellt. Frau Nr 2 muss ich meine Situation erneut schildern, jedoch wird mir versichert, dass sie mich jetzt zu einem Versicherungs-Broker durchstellt. Ich finde mich in der Warteschleife wieder. Als ich nach 10 Minuten Wartezeit die Warteschleife Musik nicht mehr ertragen kann und mir das Warten zu teuer wird (Schließlich kostet jede Minute Geld), lege ich genervt auf. 
  2. Versicherung: Französischer Anrufbeantworter
  3. Versicherung: Wieder ein französischer Anrufbeantworter
  4. Versicherung: Es meldet sich eine nette Sekretärin, die mir leider nicht weiterhelfen kann. Der Broker ist gerade beim Mittagessen, wird mich aber demnächst zurückrufen.

Enttäuschung macht sich breit, so hatte ich mir die Suche nicht vorgestellt. Ich treffe mich mit Sophie und Johanna, verlasse die beiden nach dem Mittagessen aber wieder, um erneut mein Glück zu versuchen. 

Versicherung Nr 1. rufe ich schon garnicht mehr an. Bei Versicherung Nr 2. meldet sich eine Frau auf französisch. Englisch kann sie leider nicht, daher werde ich weitergeleitet. Es meldet sich Julie. Nachdem ich ihr meine Situation geschildert habe, führt sie noch kurz Rücksprache, dann teilt sie mir mit, dass das mit der Versicherung klappt. Mit viel Geduld füllt Sie das Formular zur Versicherung aus. Name, Alter, Führerscheinnummer, Adresse, Auto Seriennummer, Geplante Kilometer, Geplante Reiseziele, Punkte und Unfälle in Deutschland. Die Versicherung möchte alles wissen. Bereitwillig teile ich alle gewünschten Informationen mit, wenn auch ab und zu nicht vollständig (denn das man einen Roadtrip plant, darf man der Versicherung natürlich nicht verraten).

Ich sehe, wie das Gespräch länger und länger dauert. Meine Befürchtung bewahrheitet sich. Noch in letzter Minute teile ich Julie meine E-Mail Adresse mit. 

– – – – – – – – – – – – – – –  Das Gespräch bricht ab. Guthaben leer. – – – – – – – – – – – 

Wieso jetzt? Wieso ausgerechnet jetzt? Ich ärgere mich und versuche die Versicherung via Facebook zu kontaktieren. Plötzlich trifft eine E-Mail ein. Sie ist von Julie: Ich bekomme eine Versicherung, alle Unterlagen schickt sie John zu.

Ich kaufe neues Guthaben im Supermarkt, dann kontaktiere ich John. Wir vereinbaren ein Treffen für morgen Mittag, bis dahin ist das Auto auch aus der Werkstatt abgeholt und fahrtauglich. Überglücklich gehe ich zurück ins Hostel. Gemeinsam lassen wir den Abend bei einer gemütlichen Runde an einer alten Nintendo Spielekonsole (mit Mario Kart) ausklingen. Gespannt warte ich auf morgen und hoffe, dass nun alles klappt und wir endlich weiterreisen können. 

Euer Michel 🇨🇦 

Published inAutokaufKanadaMaiMontreal

2 Comments

  1. Julia Julia

    Oh how exciting!!
    You are buying a car 🙂✌🏻️.

    Du machst das echt voll gut und selbstständig!

    Schick mal Bilder vom neuen Reisemobil!
    Was kostet ein Liter Benzin? ⛽️

  2. Karin Gaßmann Karin Gaßmann

    Das Gespräch mit der Versicherung hört sich ja an wie in Deutschland. Bis du jedem deine Geschichte erzählt hast, ist dein Guthaben leer.
    Zum Glück hat es gerade noch gereicht um die wichtigsten Informationen weiterzugeben.
    Echt toll, ich wäre mit meinem Englisch nicht so weit gekommen und am Telefon kannst du dich nicht mit Handzeichen und Gesten verständigen. 🙂

    Schick mal ein Bild von dem Wagen und dem Gebrauchtwagenhändler:):)
    Ich wäre auch für den Mustang gewesen.
    Weiterhin viel Erfolg beim Autokauf und Versicherung und ich hoffe, ihr habt danach noch Budget zum Weiterreisen. Bis Alaska ist noch seeeeeeeehhhhhhrrrrr weit.

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